Bingenheimer Carneval in drei Akten

Carnevalsitzung

11. Februar 2012

Pünktlich um 20.11 Uhr zogen die Moderatoren des Abends, Jürgen Stephan, Olli Schlüppmann und Karina Wolf als Piraten verkleidet die närrisch geschmückte Narrhalla und enterten die Bühne. Im Schlepptau hatten sie junge Piratenbräute. Nach der Begrüßung, den ersten Helau-Rufen und den ersten Rufen aus dem Publikum („Wir wollen den Hotte sehn“) folgte ein Piratentanz zu den Klängen aus „Fluch der Karibik“. Unsere jungen Mädels im Alter von ca. 12 Jahren rasselten mit ihren Säbeln und zeigten einen eindrucksvollen Tanz. Ihren Einstand meisterten sie somit mit Bravour.

Mit seinem ureigenen trockenen Humor berichtete der „gestörte“ Klaus Bäcker (der Pirat Klaus Störtebeker J) Jürgen Stephan von den kleinen und großen Problemen des letzten Jahres auf unserem Planeten. So berichtete er über den Untergang der Costa-Concordia und ihrem ach so feigen Kapitän. Auch Christian Wulff blieb nicht verschont. Im Nachhinein waren dies noch nicht einmal Unkenrufe. Seit kurzem ist Deutschland ja wieder präsidentenlos und den Präsidenten los. Nun wurde Platz gemacht für die Reichelsheimer Tanzgruppe „Blue Flames“. In tollen Gardekostümen und mit einem fetzigen Tanz heizten die Mädels den Narren im Saal ein. Klar, dass die geforderte Zugabe nicht ausblieb. Dann kam Olivia alias Olli Schlüppmann. Er/sie hatte sich sowas von zurechtgemacht: Blaue Perücke, rosa Käppchen, grünes Kleid mit Stola. Dazu Gummistiefel. So wie er/sie gekleidet war, so war auch die Rede. Er/sie kam überall zu spät und peilte nix. Damit hatte er/sie die Lacher auf seiner /ihrer Seite. Die Rufe im Publikum wurden immer lauter („Wir wollen den Hotte sehn“).Die Moderatoren des Abends antworteten darauf und ließen mit einer Rakete das Publikum toben.

Gäste aus Weckesheim bereicherten nun das Programm. Die „Franzenkracher“ wirbelten gekonnt über die Bühne und zeigten einen abwechslungsreichen Jazzdance. Mit einem dreifach donnernden Helau wurden die Gäste verabschiedet. Uwe Hannes gab nun sein Debüt als Büttenredner. Er berichtete, dass er Schnee über alles liebt – mit allen Konsequenzen. Nur verstand er nicht, warum er zum Ende des Winters in einer Zwangsjacke steckte und in einem Sanatorium landete. Dass er vorher das Haus abgefackelt hat, den Fahrer des Schneepflugs k.o. geschlagen und seine Frau vertrieben hat – nun – davon wusste er nichts mehr. Und wieder die Rufe: „Wir wollen den Hotte sehn!“ Die „Jumpignongs“ aus Bingenheim zeigten nun einen spritzigen Tanz – und gingen dann kommentarlos von der Bühne. Die beiden Jungs der Truppe, Marcel und Marius, verstanden die Welt nicht mehr. Bis die Musik ihnen den richtigen Weg zeigte: „You can leave your head on“ und schon schälten sie sich unter Jubel und Johlen aus dem Publikum aus ihren Klamotten. Im roten Mieder waren sie schlagartig Transvestiten aus der Rocky Horror Pictures Show. Sofort bekamen sie Unterstützung von den Mädels, die nun auch in geschnürten Miedern die Bühne rockten. Eine tolle Show, die mit Zugabe-Rufen belohnt wurde. Witzige Bemerkungen von Piratenbraut Karina und Pirat Olli unterstützten die gute Stimmung.

Und dann kamen Sie – die Stars des Abends: Holger Stete, Christian Berndt und Tobias Stete mit ihrer legendären „Bully-Parade“. Schon der erste „Auftritt“ bescherte den Dreien Jubelrufe. Comedy vom Feinsten beherrschte in den nächsten 30 Minuten die Narrhalla in Bingenheim. Urkomisch Christian und Tobi als „Gesichtsausdruckmodels“ mit der passenden Moderation von Holger. Das Publikum lag flach. Mit Gestik, Mimik und Geräuschen stellte Holger danach einen Angler dar. Das Publikum erlebte, wie ein Wurm zuerst sein „hohles“ Gehirn durchwanderte („Wie heißt der Bürgermeister von Wesel?“), um dann doch noch am Angelhaken (Wurm:“Oh, nein!“, Holger:“ Oh, doch!“) zu enden. Der Wurm rächte sich auf seine Weise… „Wir trennen – mach mit“: Auf der Toiletten trafen sich die drei Bully´s beim „Pinkeln“. Tja, schlimm, wenn man nur zwei Hände hat – gut – dass man Freunde hat die einem helfen, wenn man beim „kleinen Geschäft“ auch noch rauchen und trinken will. Die Lachmuskeln der Narren im Saal wurden arg strapaziert. Aber von Erholung keine Spur. Christian moderierte nun Tobias an, der auf der „Unität oxidiert“ hatte. Als Dozent hielt Tobi nun einen Vortrag über das sogenannte „Geräusch-Tourrete-Syndrom“. Nach bestimmten Buchstaben, Wortkombinationen und Sätzen kamen Geräusche wie pfeifen, schnarchen, miauen, pupsen oder Kuckuck rufen hinzu. Dieser Beitrag war so genial, dass die Narren im Saal von den Stühlen gerissen wurden und lang anhaltender Applaus mit Zugabe-Rufen die Narrhalla erbeben ließen. Wer nun glaubte, sich erholen zu können, sah sich getäuscht. Mit dem Intro der Traumschiffmusik steuerten die drei ein weiteres Highlight an. Der Captain , Spucki und Pille trafen sich zum Meeting, um über einen Fehlbetrag in der Prosecco-Kasse zu diskutieren. Pille kam zu spät. Inzwischen reden Spucki und der Captain über Vornamen. Hat Spucki überhaupt einen? Nach langem hin und her gibt Spucki preis: Brigitte! Brigitte Spuck! Pille kommt nun herein und was machten die beiden anderen? Sie fielen über den armen Pille her und nahmen ihn auseinander. Hat Pille eine Ausbildung oder nur einen Volksschulabschluss oder gar nichts?? Christian „Pille“ klärte auf: Er hat in Harvard studiert, hat Auszeichnungen und Diplome erworben, aber er hat es gar nicht nötig, darüber zu reden. Während des nun folgenden Meetings klingelte ständig irgendein Handy. „So kann ich nicht arbeiten- Handys aus!“ lautet der Befehl vom Captain. Spuck und Pille folgten dem Befehl. Eine Minute später klingelte es wieder, es war das Handy vom Captain, der sich als Telefonauskunft 400 € hinzu verdiente. Nach dieser gelungenen Parade wollten die Zugabe-Rufe nicht enden und die drei Jungs zeigten einmal mehr, dass sie es drauf haben. Mit „What a feeling“ traten die drei beim Synchron-Haarewaschen an und sorgten dafür, dass die ersten Reihen der Zuschauer wirklich ein besonderes „Feeling“ erlebten. Denn die Eimer waren gut mit Wasser gefüllt, und das musste schließlich unter die Leute…  

Schlag auf Schlag ging es in der zweiten Hälfte weiter. In bunten Samba-Kostümen und mit einer fetzigen Choreographie hielten die „Crazy Gipsys“ aus Wölfersheim das Publikum bei Laune. Toll, wie die Damen mittleren Alters die Beine werfen konnten. Da sah man wieder: Wir haben Spaß und Leben diesen Spaß auch aus! Weiter so, Crazy Gipsys!  Nun folgte ein Kracher der Superlative: Die „Brettschneiders“ kamen, sahen und siegten. Mit unverwechselbarem Humor und frechem Mundwerk lieferten sich die beiden wieder einmal mehr eine Schlacht vom Feinsten. Ob nun er oder sie das Wortduell gewannen wurde nicht entschieden. Vielleicht erleben wir ja im nächsten Jahr eine Fortsetzung des Ehedramas Brettschneider. Die beiden wurden von Karina, Olli und Jürgen mit einer Rakete belohnt und vom Volk frenetisch bejubelt. Doch immer wieder war zu hören:“Wir wollen den Hotte sehn, wir wollen den Hotte sehn..“ Who the f…. is Hotte???  Jedenfalls nicht Horst Winter, wie in der Wetterauer Zeitung beschrieben, sondern unser beliebter Daniel Hahn, der seinen eigenen Fanclub dabei hatte und an diesem Abend für die Mikrofone zuständig war. Hotte, zeig dich!!

Nun betrat eine Heerschar von Bauern, Mägden und Knechten die Bühne. Ein Pferd wurde auf die Bühne geschoben und in eine Kuh umfunktioniert, Mikrofone aufgebaut, Gitarren und ein Akkordeon ausgepackt und schon ging es los mit dem „Bauernhofmedley“. In Reimen wurde vom Alltag auf dem Bauernhof berichtet und die „Pullpump“ besungen (live gesungen von Manfred Willnow, Monika Stete und Verena Winter).Auch was „Der Willi und sein Bulldog“ bei jedem Wetter macht, wurde singend kommentiert. Die Mädels Jessica Müller und Ann-Kristin Winter begleiteten die Liedvorträge mit ihrer Klampfe. Dann wurde flugs die Bühne geräumt und zur „Runkelroiweruppmaschin“ tanzten  die Knechte und Mägde ausgelassen mit eigens dafür hergestellten Vogelscheuchen auf der Bühne. Mit dem Lied “Und jetzt alles uff die Stühl“ ging es in einer langen Polonaise mit Helau von der Bühne. Der nächste Knaller ließ nicht auf sich warten und die Weckesheimer Ranzengarde füllte mit ihrem Krankenschwestertanz die Bühne und brachte den Saal zum Kochen. Männer in Kleidern und mit „Ranzen“ sind halt im Karneval immer wieder ein Garant für gute Stimmung. Zu guter Letzt zeigten die „Unbeweglichen“,das Männerballett des KCB,  dass sie er wert sind, den Schluß der vierstündigen Sitzung zu bilden. Als Clowns zogen sie in Partylaune in den Saal ein und entpuppten sich als Verwandlungskünstler. Zu bekannten Ohrwürmern der Fastnachtszeit (Viva Colonia, Das rote Pferd, Lotusblume, Fliegerlied, Cowboy und Indianer)rockten sie über die Bühne und die Narren im Saal machten alle mit. Als sie dann als Regenwürmer zu Olaf Hennings „Hörst du die Regenwürmer husten“ in rosa gefärbter Unterwäsche und Strumpfmaske mutierten, blieb kein Auge trocken. Doch innerhalb von Sekunden verwandelten sie sich vor den Augen des Publikums in coole Streetboys und zu Danza Kuduro fetzten sie in einer tollen Choreographie den Saal.

Lange noch tanzten die Narren anschließend zu den Klängen der Hauskapelle und so mancher kam aus der liebevoll dekorierten Sektbar gar nicht mehr heraus.

Helau!!

Quo vadis, Bingenheimer Carneval? Nun, ich denke, auf dem richtigen Weg. Wir wollen alle feiern, fröhlich sein und den Alltag für einige Stunden vergessen. Wenn auch das Publikum es so will, dann kann man nur sagen: alea iacta est! Die Würfel sind gefallen für eine weitere Kampagne des Bingenheimer Carneval!

Am Fastnachtsdienstag ab 18.00 Uhr gibt es lecker Hering oder Quark im roten Vereinshaus. Anmeldungen noch bis Sonntagabend 22.00 Uhr per Mail bei harald.stete@t-online.de.

Im Anschluss an das Heringsessen wird eine Gaudi-Hau-Ruck Meisterschaft ausgetragen!!!!

Am 10. März werden unsere Jungs in Kassel bei Gelnhausen an einem Männerballett-Turnier teilnehmen. Wir werden davon berichten.

Wer mitfahren möchte, kann sich über die Homepage des KCB anmelden oder direkt bei Monika Stete 06035/4452.

Monika Stete

Bilder: Kay Koburger & Dieter Lohfink

 

Bericht folgt.

Bitte noch etwas Geduld